Ehrenamtlich in Viersen und Umgebung unterwegs

2014 begann für mich ein neuer Lebensabschnitt, welcher mich in eine neue Art der Freizeitbeschäftigung und der Lebensgestaltung führen soll. Ich möchte ein wenig über drei hauptsächliche Faktoren dieser 6 Jahre erzählen und wo mich mein Weg noch hinführen wird.

Kirchliche Jugendarbeit

Meine erste Berührung mit ehrenamtlicher Arbeit in Viersen hatte ich bereits Weihnachten 2013, damals gingen mein damaliger bester Freund und meine beste Freundin und ich noch zum Konfirmandenunterricht und es war (und ist heute noch) so, dass die angehenden Konfirmanden in der Weihnachtszeit bei der hiesigen Weihnachtsfeier der Senioren aus der evangelischen Gemeinde helfen. Die damalige Tätigkeit umfing das Annehmen der Jacken, Mäntel, Hüte und Gehstöcke der Senioren und das spätere wieder Ausgeben dieser Gegenstände. Diese Arbeit wurde damals vom Jugendleiter der Gemeinde begleitet, welcher auch den gesamten Unterricht begleitet.

Im Januar 2014 kamen wir dann auf die Idee, den offenen Jugendtreff der Gemeinde das erste Mal zu besuchen. Dabei konnten wir erst Eindrücke der erweiterten Jugendarbeit sammeln. Jedoch wurde schon kurz darauf diese offene Jugendarbeit in der damaligen Form eingestampft (dies hatte unter anderem Kostengründe) und durch eine semi-offene Jugendarbeit ersetzt. Im März 2014 ging es dann auf die alljährliche Konfirmandenfreizeit und auf dieser konnten meine Freunde und ich den Jugendleiter näher kennenlernen. Noch vor meiner Konfirmation entschieden meine beste Freundin und ich uns dazu, mit auf die Jugendfreizeit Ostern 2014 nach Hemer zu fahren. Kurz darauf, im Mai, wurden wir dann konfirmiert.

Seit da an besuchten wir regelmäßig (wöchentlich) die Angebote der Jugendarbeit und rutschten auch schon bald in ehrenamtliche Positionen innerhalb der Jugendarbeit. Angefangen hat dies mit der Konfirmandenfreizeit 2015, welches meine erste Freizeit war, welche ich als Betreuer begleiten durfte. Es war eine grandiose Freizeit, mit wenig Schlaf. Seit da an durfte ich sehr viele Freizeiten als Betreuer begleiten und bin für die dadurch gewonnenen Erfahrungen und die Lehren, die ich daraus ziehen durfte, sehr dankbar.

Aber ich durfte nicht nur Freizeiten begleiten, sondern auch eine tragende Stimme der Jugendarbeit im Jugendausschuss des Presbyteriums der Kirchengemeinde werden. Seit 2017 sitze ich für die Jugendarbeit in diesem Gremium und durfte viele Diskussionen über den Haushalt der Jugend oder über die Pläne der Jugendarbeit mitverfolgen und führen. Auch habe ich die Webseite der Kirchengemeinde im Auftrag eben dieser überarbeitet und somit der Gemeinde eine neue Außenerscheinung gegeben.

Dem Vorstand des im Jahre 2014 gegründeten gemeinnützigen Verein “Förderverein der ev. Jugendarbeit Viersen e.V.” gehöre ich seit 2016 zuerst als 2. Vorsitzender, seit März 2019 als 1. Vorsitzender an. Dieser Verein widmet sich der finanziellen und sachlichen Unterstützung der Jugendarbeit der Kirchengemeinde. Eine 2020 geplante Veranstaltung unter dem Namen “Kinderfest 2020” mussten wir aufgrund der Situation rundum Corona auf unbestimmte Zeit verschieben.

Laufbahn als Schiedsrichter

Doch ich habe nicht nur innerhalb der evangelischen Kirchengemeinde Viersen ehrenamtliche Arbeit praktiziert, sondern war auch außerhalb dieser aktiv unterwegs. So bin ich seit etlichen Jahren (ungefähr seit 2007/2008) Mitglied eines örtlichen Fußballvereins und habe bis 2012 aktiv am Trainingsbetrieb teilgenommen. 2014 trat der damalige Vorsitzende der Jugendabteilung an mich heran und fragte mich, ob ich nicht Interesse an einem Schiedsrichterlehrgang hätte. Nach anfänglichem Zögern stimmte ich dem damals in Absprache mit meinen Eltern zu und besuchte alsdann einen Schiedsrichterlehrgang des Fußballkreises 6 “Kempen/Krefeld”, welchen ich am 11. September 2014 mit einer Prüfung erfolgreich abschloss. Ab da an war ich ein Schiedsrichter im Fußballverband Niederrhein (FVN) und durfte mein erstes Spiel am 29. November 2014 leiten. Dies war ein D-Junioren Kreisleistungsklassen Spiel zwischen den Vereinen Tura Brüggen und SC Union Nettetal. Dieses endete 0 zu 4 für Nettetal. Meine Erinnerungen an dieses Spiel sind schwach, jedoch weiß ich, das meine anfängliche Leistung als Schiedsrichter nicht die Beste war. Doch dies war sie wohl bei den wenigsten neuen Schiedsrichtern.

Ich habe es als Schiedsrichter bis zur Kreisliga A (Senioren) bzw. Landesliga (Frauen) und als Schiedsrichter-Assistent bis zur Landesliga (Senioren) bzw. Regionalliga West (Frauen) in diesem Fußballkreis geschafft.

Während viele Schiedsrichter Laufbahnen ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen, möchte ich hier über einen Zwischenfall in meiner Laufbahn erzählen. Und zwar handelt es sich dabei um einen Spielabbruch eines B-Jugend Kreisklasse Spiel in der Saison 2016/17. Damals musste ich das Spiel in der 68. Minute abbrechen, da der Trainer der Heimmannschaft seine gesamte Mannschaft vom Spielfeld nahm und in die Kabinen ging. Der Verständlichkeit halber erläutere ich die dem Abbruch vorangegangenen Spielsituationen. In der 22. Minute des Spiels verwies ich einen Spieler der Heimmannschaft wegen Beleidigung eines anderen Spielers des Feldes, dieser Roten Karte folgte die 2. Rote Karte in der 67. Spielminute, auch gegen die Heimmannschaft, aufgrund einer Schiedsrichterbeleidigung.

Nach der Entscheidung, den 2. Spieler der Heimmannschaft des Feldes zu verweisen, ist der Trainer der Heimmannschaft derart wütend geworden, dass er sich nicht mehr beruhigen ließ. Er beschuldigte mich, dass ich wohl meinen Job nicht richtig machen würde und ich doch mal die Augen aufmachen soll. Da er sich überhaupt nicht mehr einkriegte und sich auch nicht durch andere Personen beruhigen ließ, verwies ich auch ihn des Innenraumes, sodass er sich das Spiel fortan von außerhalb anschauen musste.

Das Spiel wurde dann mit einem Einwurf für die Heimmannschaft fortgesetzt. Im darauffolgenden Spielzug wurde ein Spieler der Gastmannschaft vor dem Strafraum der Heimmannschaft gefoult, sodass ich einen direkten Freistoß für die Gäste gegeben habe. Aus diesem Foul resultierte dann ein kleiner Streit zwischen dem Gefoulten und einem Spieler der Heimmannschaft. Der gefoulte bekam aufgrund einer Unsportlichkeit im Rahmen des Streits von mir noch eine Gelbe Karte, worauf dann der des Innenraum verwiesene Trainer seine Mannschaft vom Platz nahm. Es ist keine Minute vergangenen und ich stand mit den Spielern der Gastmannschaft alleine auf dem Platz, sodass ich dann das Spiel folgerichtig abbrach. Auf dem Weg zu meiner Kabine war ich noch weiteren verbalen Angriffen ausgesetzt.

Die Piratenpartei

Dieser Abschnitt der 6 Jahre hat nicht wirklich direkt etwas mit Viersen zu tun, dennoch finde ich es wichtig, dass er in diesem Beitrag mit aufgenommen wird.

2014 fing ich an, mich für politische Themen zu interessieren. In meinem damaligen Politikunterricht behandelten wir die Thematik Krimkrise und ich fand das Thema wohl so interessant, dass ich regelmäßig darüber recherchierte und immer wieder die neusten Nachrichten zur Krimkrise mitverfolgte. Die Neugier und das Interesse an der Politik blieben bis heute und über die Zeit erkannte ich, dass mir insbesondere Bürgerrechtliche als auch Digitale Themen sehr am Herzen liegen.

2015 fing ich dann eine politische Heimat in der Parteien Landschaft in Deutschland zu finden. Relativ schnell schloss ich Parteien wie die CDU/CSU aus meinen Überlegungen aus. Als ich dann die Piratenpartei fand, wusste ich beinahe direkt das ich meine politische Heimat gefunden habe. Ich entschied jedoch für mich, dass ich mit einem Parteieintritt warte bis ich volljährig bin, und so erfolgte der Eintritt im Juni 2018. Ich fing an, regelmäßig Stammtische der Piraten in Düsseldorf zu besuchen, und versuchte einen Stammtisch in Viersen wieder auf die Beine zu stellen, was leider nicht so geklappt hat, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Nun bin ich beinahe 2 Jahre Mitglied dieser Partei und ich bereue den Eintritt bis heute nicht.

Resümee

All diese zeit Intensiven ehrenamtlichen Tätigkeiten habe ich stets aus der Überzeugung heraus verfolgt, dass es das Richtige für mich und für andere ist, wenn ich mich dafür einsetze und diese Ziele bzw. Tätigkeiten verfolge/ausübe.

Diese Tätigkeiten haben mich über die Jahre sehr geprägt und mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich möchte diese Zeit niemals missen und auch in meinem neuen Wohnort werde ich so manche ehrenamtliche Arbeit wieder aufnehmen bzw. fortsetzen.

Danksagung

Ich möchte mich an dieser Stelle besonders bei J., H. und J. bedanken, welche mich die ganze Zeit über begleitet haben.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.